**Fliegenfischen im Südtirol – Albergo Posta, Pederoa –
zwischen Gadertal und Ahrntal**

Das Gadertal (Ladinisch = Val Badia) liegt in Südtirol. Seinen Namen hat es vom Gader Fluss (Ladinisch = La gran Ega, „das grosse Wasser“). Die Gader durchfliesst das Tal bis nach St. Lorenzen, wo diese in die Rienz mündet. Das Gadertal ist von mächtigen Bergen (Dolomiten) umgeben, wodurch sich das Ladinisch als Sprache und Lebensart bis in die heutige Zeit erhalten haben.

Hotel Posta Albergo Posta Pederoa _3

Das Val Badi ist auch als Skigebiet und den alljährlichen Weltcuprennen, auf der Piste Gran Risa, der breiten Öffentlichkeit bekannt.

Unseren Fliegenfischer Kurzaufenthalt – das sind Johann mit Frau und meine „bessere Hälfte“ – verbrachten wir vom 17. Bis 22. September 2016 im Hotel Posta Pederoa (***s) bei Arthur Frenes. Unterkunft, Verpflegung und Wellness sind überdurchschnittlich und vom Allerfeinsten. Arthur und sein Team erfüllen jeden Wunsch und sorgen dafür, dass es Fischern und Begleitung an nichts mangelt.

Unser Ziel ist/war es, eine neue Fliegenfischergegend kennen zu lernen.

Kurz vor unserer Ankunft hat leider eine mächtige Gewitterzelle, die Gader und ihre Nebenbäche zu reissenden Fluten und Gewässern anschwellen lassen. An Fliegenfischen war zunächst nicht zu denken. Zu hoher Wasserstand und die das Wasser trübenden Sedimente, verunmöglichten es uns, direkt vor dem Hotel unserem geliebten Hobby nachzugehen. 

Gaderbach Gaderbach

Arthur hatte aber mehrere Alternative Vorschläge für uns zur Hand. Wir entschieden uns, an den Neves Stausee (1850m ü.M., ca. 1 Stunde vom Hotel) zu fahren. Hier wollten wir den See-Saiblingen, den Regenbogenforellen aber auch den vor Jahren ausgesetzten Äschen nachstellen. Vor allem bei den Einläufen der Bergbäche am Ende des Stausees, sollen die vielversprechenden „hot spots“ sein.

Schon bei den ersten Würfen mit der Trockenen, lernten wir, wie blitzschnell die Saiblinge danach hochschiessen aber auch wieder fix ausspucken. Man muss hochkonzentriert sein. Nach kurzer Zeit hatten wir die ersten schönen Regenbogenforellen und Saiblinge überlistet. Immer wieder stiegen die Fische etwas ausserhalb unserer Wurfdistanz nach Insekten. Aufkommender Wind vertrieb aber nicht nur die beissfreudigen Salmoniden; auch wir verzogen uns in die gleich am See liegende Alpwirtschaft (Jause Station) zu einer Brettel-Jause und einem kühlen Bier.

Albergo Posta Pederoa _1 Albergo Posta Pederoa _3 Albergo Posta Pederoa _1 Albergo Posta Pederoa _2 Albergo Posta Pederoa _2  

Beobachtet von den Alprindern versuchten wir nach der Jause noch einige Würfe und landeten mit der Nymphe den einen oder anderen schönen Saibling. Leider verschmäten die Äschen alle unsere Bemühungen an diesem Tag. Trotzdem, zufrieden fuhren wir am späteren Nachmittag zurück ins Hotel und wärmten uns in der schönen, grosszügigen Sauna und dem gepflegten Wellnessbereich des Albergo Posta.

Am nächsten Morgen, führte die Gader leider unverändert viel und trübes Wasser. Wir entschlossen uns daher, an die Ahr bei Sand in Taufers zu fahren. Arthur war für die Lizenzen besorgt, welche wir beim Sägewerk Rier abholen konnten.

Ein wunderbarer Flussabschnitt, in welchem wir schon im letzten Jahr, bei einem Kurzbesuch, schöne und starke Äschen gefangen hatten. Dieses Jahr war auch in der Ahr ziemlich hoher Wasserstand und wir mussten am teilweise steilen Ufer herumkraxeln. Unsere Bemühungen wurden mit dem Fang schöner Bachforellen, in allen Grössen, belohnt. Johann konnte zwei schöne und starke Marmoratas landen. Nur die Äschen wollten auch hier nicht unsere Nymphen nehmen.

Auch dieser Tag endete nach dem Saunabesuch bei einem wunderbaren Abendessen und viel „Fischerlatein“ in der gemütlichen Bar des Hotels.

Dienstagmorgen, heute wird uns Arthur’s Fliegenfischer Freund „Gotti“ ans Wasser begleiten. Leider – auch heute – der Wasserstand der Gader hoch und immer noch reichlich Sand im Wasser. Wir haben aber Ausweichmöglichkeiten an der Rienz und einem Revier an der unteren Ahr, kurz vor dem Einlauf in die Rienz bei St. Lorenzen.

Gotti kennt sich aller bestens mit den lokalen Begebenheiten und dem Wasser aus. Er führt uns zu vielversprechenden Stellen, wo wir gleich schöne, goldene Bachforellen und Marmorata-Hybriden fangen. Es ist allerdings auch an diesem Teil der Ahr, nicht ohne, im tiefen Wasser die Nymphen zu führen. Gotti gibt uns „seine“ Nymphe“. Eine „USD“ gebundene, schwere Nymphe auf einem langschenkligen Hacken. Wir nennen sie „Gottis USD Nymphe“. Diese bringt uns schnell auf den Grund der Ahr, da wo die Äschen stehen.

Gottis-USD1 Gottis-Nymphe


Erst nach einer Stärkung (Mittagessen) im nahen St. Lorenzen ist es uns gegönnt, doch noch die schönen Ahr Äschen aus der Nähe kennen zu lernen. Nach vielen Würfen, gelingt es uns die Nymphen (Gottis USD, Oberkrainer, Wetten, Universal ->
www.fliegenbinder.ch) doch noch tief genug anzubieten. Zuerst Gotti und dann José lacht „Petri“ zu und gönnt beiden eine wunderschöne Ahr-Äsche.

 

Albergo Posta Pederoa _2 Jaesche G-Aesche

Gotti (eigentlich Gotthard) erweist sich als Mann mit tausend Talenten. Nicht nur führt er zusammen mit seiner Frau ein Damen-/Herren-Mode Geschäft und Schneider-Atelier (La Parüda in Pederoa), nein, er ist auch noch „angefressener“ Fliegenbinder und Fliegenfischer, Bambus-Rutenbauer, konstruiert seine eigenen Holz-Fliegenboxen und findet auch Zeit, Freunde und Bekannte ans Wasser zu begleiten. Wir haben an diesem Tag Freundschaft geschlossen und bis spät in die Nacht mit ihm und Arthur, in der Bar des Albergo Posta, gefachsimpelt, Fliegenmuster getauscht und Fischerlatein zum Besten gegeben.

Als Abschiedsgeschenk, hat Gotti uns mit je zwei Exemplaren seiner seltenen, selbstgebundenen Spezial-Äschen-Nymphe (Gottis Golden Eagle) überrascht!! Den Körper aus den Segmenten der Schwungfeder des Steinadlers gebunden, das Schwänzchen aus Goose Biots und etwas CDC hinter dem Tungsten eingewickelt, Hackengrösse 12 und 14. Diese Nymphe hat schon einige Äschen schwach werden lassen.

 

Wir haben schöne Tage im Gadertal verbracht, eine spannende Fischerei in und an den von Arthur und Gotti empfohlenen Wassern erlebt sowie neue Freundschaften knüpfen können. Wir werden ganz bestimmt wieder kommen und dann auch an der Gader fischen.

Josef W. Murer / Johann Wetten – Ende September 2016