**Saisonausklang 2016 an der Nagold in Bad Liebenzell*

Nach unseren schönen Herbstferien im Fliegenfischerparadies Süd-Tirol (siehe Reisebericht Alta Badia / Albergo Posta Pederoa) wollten wir noch ein letztes Mal unserem Lieblingsfisch, der Äsche nachstellen.
Spontan den Hermann in Bad Liebenzell angerufen; ja wir können noch zwei letzte Karten zum Saisonende haben und für’s kommende Wochenende ist gutes Wetter angesagt. Gesagt getan, Karten und zwei Einzelzimmer im Hotel Koch hat uns der Hermann reserviert.
 

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Am Freitagabend alles gepackt und ab nach Bad Liebenzell, wo uns bereits der Hermann mit „Megan“ (seiner Entlebucher Hündin) erwartet hat. Bei einem leckeren Cognac über die alten Zeiten geschwärmt, etwas Firscherlatein ausgetauscht und die Fischerkarten für die kommen-den zwei Tage ausgestellt. „Nur Äschen, Weissfische und Barben sind noch offen“, hat uns Hermann ans Herz gelegt. Aber die Barben sind nicht einfach zu überlisten.

Am nächsten Morgen im gemütlichen Hotel Koch (***) bei einem *****-Frühstück in den Tag gestartet. Das Frühstückbuffet lässt keinen Wunsch offen. Die Chefin Frau Koch kümmert sich persönlich und liebevoll um das Wohlergehen der Gäste.
Gestärkt waren wir zu Fuss, in 2 Minuten am Anfang von Revier II, dieses beginnt bei der Brü-cke, mitten in der Stadt Bad Liebenzell.
Schon vor dem Frühstück haben wir bei einem ersten Blick von der Brücke ins Wasser, einige Barben beim Nymphen beobachtet. Ob die wohl nach dem Morgenessen noch da sind und auch unsere Nymphen mögen?
Immer wenn ich an einen Fluss komme, höre ich die Worte meines ersten Fliegenfischer In-struktors René Föllmi: „ bevor du ins Wasser trittst, mach zuerst einige Würfe vor deinen Füs-sen“. Mein erster Wurf = meine erste Äsche an diesem Tag!. Das beginnt ja megamässig, dachte ich mir. Eigentlich war die grosse, schwere Nymphe für die Barben gedacht.
Johann von der linken Seite, ich von der rechten Flussseite, versuchten wir unsere Nymphen an den langen Vorfächern, ins Sicht und „Fressfeld“ der Barben driften zu lassen. Wir sahen sie, aber sie wollten nicht so recht. Johann ging einige Meter den Flussverlauf Richtung Kur-park hoch, wo weitere, vielversprechende Stellen waren. Ich versuchte noch mit ein paar Wür-fen, die Barben doch noch zum Nehmen zu verführen. Und siehe da – der gehackte, gefühlte nasse Waschlappen, entpuppte sich als eine Barbe, die nicht so recht realisierte, was mit ihr geschah. Nach kurzem Drill konnte ich die erste Barbe landen. „Geheimwaffe“ = Grüne Wet-ten-Nymphe (siehe Fliegengallerie -> Nymphen). Nach dem nächsten Wurf hackte ich erneut eine Barbe: Diese kämpfte nun aber erheblich anders wie die erste, gegen Strömung und mei-ne Versuche sie zu landen. Ein Prachtsexemplar!

  

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So ging es die nächste halbe Stunde, eine Barbe nach der anderen „stürzte“ sich auf die Wetten-Nymphe und die schwere Prinz-Nymphe. Sie bescherten mir jede Menge Action. Zwi-schendurch noch eine kleine Äsche, bevor die Barben sich wieder um die Nymphen „kümmer-ten“. So macht ein sonniger Oktobertag am Fluss grossen Spass.

    
Wetten Nymphe_1  Black Prince Nymphe_1
  

Nun fischten wir uns stromauf durch den Kurpark. Schöne Stellen mit rauschendem Wasser, mitten in der Stadt. Auch da konnten wir mit verschiedenen grossen und kleinen Nymphen, schöne Äschen hacken.
 

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Die Zeit verging im Fluge und wir spürten unsere trockenen Kehlen. Zeit für ein Bier oder ei-nen Radler. Da wir ja mitten im Städtchen unterwegs waren, war es nicht weit zur nächsten Schenke. Doch Halt, wer sass da im Biergarten des Minigolf-Clubhauses? Unser Freund Hermann mit Megan bei einem Bier. Wir gesellten uns zu ihm und der freundlichen Bedienung und erzählten von unserem erfolgreichen Fischertag.
Gleich beim Clubhaus stiegen wir nochmals zur Nagold hinunter und fingen noch ein paar schöne Fische. Mit Hermann (er ist FFF-E zertifizierter Flycasting-Instruktor) verabredeten wir uns für den nächsten Nachmittag, auf der Wiese, im Revier I, bei den Picknick Bänken an der Nagold. Hermann offerierte uns spontan, etwas für die Verbesserung (und Fehlerminimierung) unserer Wurftechnick beizutragen.
Unseren Doppelzug, den Rollwurf und den Spycast erklärte er sich bereit zu beurteilen sowie uns mit Tipps und Tricks zu helfen, zu ergänzen und zu korrigieren.
Zuerst aber genossen wir bis zum Mittag, die sonnigen Morgenstunden am Revier I der Nagold und hackten einige schöne Äschen und – ohne es zu wollen – prächtige Bachforellen. Alle Fische wurden schonend zurückgesetzt.
 

  
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Dann begann unser Repetitionskurs in Sachen Werfen. Nach einer kurzen Begutachtung un-serer „Wurfkünste“ zeigte und erklärte uns Hermann; mit Akribie und Sachverstand; wo wir noch Optimierungs- und Fehlereliminierungspotential haben. So standen wir dann auf der Wiese, wie einst in Matrei, schwangen unsere Ruten und Schnüre, mit dem roten Wollbüschel an unser Vorfach montiert; beobachtet von den Sonntagsspaziergängern und der kundigen Leistung unseres uns anspornenden FFF-E Instruktoren Freundes.

Ja, er hat schon Recht unser Hermann. Nur die Übung macht den Meister. Wir werden wohl noch einige Stunden und Tausend Würfe auf der Wiese üben müssen, bis wir die Leichtigkeit seines Doppelzugs und die Weite seines Rollwurfs erreichen werden.
Nach diesem bildenden Abschluss unseres Fischertages, sassen wir noch bei einem Bier und einer Bockwurst in der Gartenwirtschaft der Imbissstube Mohnbachtal und genossen die letz-ten Sonnenstrahlen des Tages.
Schon bald machten wir uns auf den Heimweg, mit dem guten Gefühl, einen schönen und erfolgreichen Abschluss unserer Fliegenfischersaison 2016 erlebt zu haben.
Herzlichen Dank an Hermann für seine Hilfe und seine Bemühungen. Vor allem aber, für die interessante Wurflektion auf der Picknick-Wiese. Wir kommen nächstes Jahr sicher wieder an die Nagold.

Josef W. Murer (Text) / Johann Wetten (Fotos), im Oktober 2016